Spreitenbach
11.10.2017

Er will aus dem Gemeindehaus ein Kulturzentrum machen

Salvatore Mainardi betreut als Kurator die Galerie des Spreitenbacher Gemeindehauses: Sein Bestreben ist es, die Galerie bei Künstlern aus der Region und dem Ausland bekannt zu machen. An Ideen für Ausstellungen mangelt es ihm nicht.

Sibylle Egloff

Farbige Bilder in verschiedenen Grössen säumen die weissen Wände, dazwischen sind schwarze Säulen platziert, auf denen Beton-skulpturen thronen. In der Ecke steht ein Tisch mit zwei Stühlen, gegenüber an der Türe ist «Gemeindekanzlei» zu lesen. «Es ist mir wichtig, dass ich dabei bin, wenn die Werke aufgehängt werden. Es soll nicht alles vollgepflastert sein. Wir sind schliesslich kein Bazar oder Weihnachtsmarkt, sondern eine Kunstgalerie», sagt Salvatore Mainardi. Der 63-Jährige ist seit einem Jahr Kurator der Galerie im Gemeindehaus Spreitenbach.

Er organisiert bis zu sechs Ausstellungen pro Jahr mit diversen Künstlern. «Ich möchte, dass die Galerie ein kulturelles Zentrum in der Region Limmattal wird», sagt Mainardi. Er ist selber Künstler und hat 1983 zum ersten Mal in der Galerie des Gemeindehauses ausgestellt. So kam er auch zu seiner Aufgabe. «Als ich damals bei meiner Vorgängerin nach einem Termin für eine kommende Ausstellung fragte, erzählte sie mir, dass sie aufhört und ich doch ihren Job übernehmen solle.»

Mainardi arbeitete als Grafiker bei der ABB. Seit vier Monaten ist der Spreitenbacher pensioniert. «Das ist ein neuer Lebensabschnitt. Ich kann mich nun meiner Leidenschaft, der Kunst, widmen.» Das sei aber auch eine Herausforderung. Er wolle, dass etwas laufe im Gemeindehaus. Das sei er der Gemeinde schuldig. «Die Unterstützung seitens der Gemeinde und der zu-ständigen Gemeinderätin Doris Schmid ist enorm.» Bei jeder Vernissage sei ein Mitglied des Gemeinderats dabei. «Ich will zeigen, dass Spreitenbach mehr hat als das Shoppi.»

Wie er das anstellen will, weiss der gebürtige Italiener auch schon. «Durch gut besuchte und qualitativ hochstehende Ausstellungen möchte ich das Interesse von Künstlern und Kunstliebhabern wecken.»

Wichtig sei auch der Kontakt zu den Gästen bei den Vernissagen. «Ich komme nicht nur vorbei, halte eine Rede und trinke Wein. Ich begrüsse die Besucher alle persönlich.» So erfahre er mehr über das künstlerische Potenzial in Spreitenbach. «Darunter waren auch schon Künstler, die später im Gemeindehaus ihre Werke präsentierten.»

Künstler zu finden, sei nicht so einfach. «Es gibt schon einige Bewerbungen. Aber um in einem Jahr sechs Ausstellungen durchzuführen, reicht das nicht.» Mainardi geht selbst auf die Suche nach Künstlern. So etwa, wenn er selbst in Österreich, der Romandie und Süddeutschland ausstellt. «Das Problem ist, dass gewisse Künstler sich zu wenig zutrauen oder das Gefühl haben, sie seien keine richtigen Künstler.»

Fürs neue Jahr hat Mainardi schon einige Ideen, um die Gemeindegalerie bekannter zu machen. «Ich will eine Gruppenausstellung mit dem Thema regional-national-international realisieren. Dazu will ich Künstler aus Spreitenbach, der ganzen Schweiz und dem Ausland in die Galerie holen.»

Doch nicht nur dies: Mainardi hat auch vor, Künstler aus der italienischen Stadt Bra einzuladen. «Bra ist Spreitenbachs Partnerstadt. Das wäre ein schönes Projekt, das die Freundschaft sogar noch vertiefen könnte.» Ob aus dem Vorhaben etwas wird, weiss Mainardi aber noch nicht. «Das muss ich zuerst mit der Spreitenbacher Kulturkommission besprechen.» Sicher ist aber eines: «Die Ideen gehen mir nicht aus.»