Wettingen
13.09.2017

Von 92 auf 95 Punkte: Der Steuerfuss soll steigen

Entwicklung der Steuereinnahmen der Gemeinde Wettingen. zVg

Entwicklung der Steuereinnahmen der Gemeinde Wettingen. zVg

Der Gemeinderat will die Schulden eindämmen: Der Steuerfuss soll um drei Prozentpunkte steigen.

Barbara Scherer

Es steht nicht gut um die finanzielle Lage von Wettingen: Nur dank Landverkauf und Aufwertungsreserve hat die Rechnung 2016 knapp eine schwarze Null erreicht. «Uns fehlen rund 10 Steuerprozente, um ein ausgeglichenes, operatives Ergebnis zu erhalten. Das hat klar gezeigt, es besteht Handlungsbedarf», sagt Finanzvorsteher Markus Maibach (SP). Deshalb hat der Gemeinderat eine umfassende Strategie ausgearbeitet, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen.

Das Finanzpaket enthält auch eine Steuererhöhung: Der Steuerfuss soll bei 95 Prozent bleiben, statt wegen des Steuerfussabtauschs zwischen Kanton und Gemeinde (Volksabstimmung über den neuen Finanzausgleich) den Steuerfuss um drei Prozentpunkte auf 92 Prozent zu senken. Mit der Steuerfusserhöhung gewinnt die Gemeinde ein knappes Drittel der fehlenden Finanzen. Durch den neuen Finanzausgleich zwischen Kanton und Gemeinde und die Aufgabenverschiebung wird ein weiteres Drittel ausgeglichen. Damit wird die Gemeinde um rund zwei Millionen Franken entlastet.

Das letzte Drittel lässt sich mit weiteren Budgetkürzungen und der Umsetzung erster Massnahmen der Leistungsorientierten Verwaltungsanalyse (Lova) gewinnen. «Diese Strategie soll das operative Ergebnis nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Dauer ausgleichen», so Maibach.

Trotzdem steigt die Verschuldung der Gemeinde laut Finanzplan bis ins Jahr 2021 auf 137,3 Millionen Franken. Das entspricht einer Verschuldung von 6400 Franken pro Kopf. «Grund dafür sind massive Investitionen wie für die Sanierung des Tägi und der Schulinfrastrukturen», erklärt Maibach.

Im Oktober entscheidet der Einwohnerrat über das Budget und den Steuerfuss. Das letzte Wort hat aber das Volk an der Urne.