Wettingen
17.05.2017

Hier lebt eine Musiklegende auf

Robert Egloff alias Goofy auf dem Spinnerei-Areal, wo Freeway 75 früher einen Bandraum hatte. Barbara SchererDer Beginn: Die Band Freeway 75 an der Limmat. (Von links) Stix Steiger, Dinu Logoz, Robert Egloff, Philipp Winiger, Andy Casagrande und Bernie Wenger. zVg

Robert Egloff alias Goofy auf dem Spinnerei-Areal, wo Freeway 75 früher einen Bandraum hatte. Barbara Scherer

Der Beginn: Die Band Freeway 75 an der Limmat. (Von links) Stix Steiger, Dinu Logoz, Robert Egloff, Philipp Winiger, Andy Casagrande und Bernie Wenger. zVg

Wettinger Bluesband Freeway 75 tritt am Bluesfestival auf: Es ist der erste Auftritt nach 18 Jahren.

Barbara Scherer

Gerade einmal drei Jahre war die Band Freeway 75 aktiv. In dieser kurzen Zeit hat die Wettinger Formation Bluesgeschichte geschrieben. «Wir haben über 100 Konzerte gespielt und ein Album sowie drei Singles veröffentlicht», sagt Sänger Robert Egloff alias Goofy. In der Schweiz und im Ausland. Sie seien aber immer eine reine Amateurband gewesen.

1972 fanden sich die sechs jungen Musiker. Anfangs waren es lockere Jamsessions. Daraus wurden schnell ernste Liveauftritte. «An Konzerten wurden wir dann immer als die beste Schweizer Bluesband vorgestellt. Das stimmte: Wir waren schliesslich die einzige in der Schweiz», sagt Egloff mit einem Schmunzeln. Es habe sicher auch andere Bluesformationen gegeben. «Doch wir waren bei einer Agentur und sind wohl professioneller aufgetreten.»

So hat die Wettinger Bluesband 1974 den amerikanischen Musiker Champion Jack Dupree auf seiner Schweiz- und Deutschlandtour begleitet. «Das war spannend. Doch Dupree war ein spezieller Typ», so Egloff. Bis zu zwanzig Bier habe der Bluesmusiker an einem Konzert getrunken. «Er war auch oft zu spät und hat beim Soundcheck nur ein Lied mit uns gespielt.» Aus der Zusammenarbeit resultierte ein gemeinsames Live-Album.

Am liebsten erinnert sich Egloff an die Zeit als Vorband zurück: An drei Konzerten durfte die Wettinger Band vor der britischen Hardrock-Band Nazareth spielen. «Es war das erste Mal, dass wir vor über 1000 Personen auftraten. Das war der Wahnsinn.» Wieso hat die Band sich nach einer so steilen Musikkarriere aufgelöst?

«Als wir angefangen haben, Bandmitglieder auszutauschen. Das war der Anfang vom Ende», sagt Egloff. So wurde es still um die Bluesband. Erst 1999 kam es zu einer kurzen Wiedervereinigung. Ansporn war ein gemeinsames Album mit alten Live-Aufnahmen. «Damit wir die CD auch verkaufen konnten, haben wir ein paar Livekonzerte gespielt.» Dann verschwand die Bluesband wieder von der Bühne.

Jetzt ist es wieder so weit: Nach 18 Jahren tritt Freeway 75 am Blues- festival auf. Zusammen mit der Formation LL & The Shuffle Kings spielt die Band am Samstag das Eröffnungskonzert. Doch von Nervosität ist keine Spur zu sehen. Egloff: «Ich habe mir ein paar Tipps bei einem Sängerkollegen geholt.» Lampenfieber habe er noch nie gehabt. «Ich hoffe, die alten Fans erwarten nicht zu viel.» Denn die Band spielt nur drei Songs an diesem Abend. Vielleicht probt die Bluesband auch deshalb vorher nicht zusammen. Egloff lächelt: «Jeder übt ein bisschen für sich, dann klappt das wie in alten Zeiten.»

Mehr Infos unter: www.bluesfestival-baden.ch.