Neuenhof
15.03.2017

Dem Alltag will jeder mal entfliehen

Der Spielplatz seiner alten Schule inspirierte Yuchen Chang. Foto: bscDer Film handelt von Alltagsflucht,

Der Spielplatz seiner alten Schule inspirierte Yuchen Chang. Foto: bsc

Der Film handelt von Alltagsflucht,

Yuchen Chang hat es mit seinem Kurzfilm «A place far beyond» an die 41. Schweizer Jugendfilmtage geschafft.

Barbara Scherer

Klaviertöne – allein sitzt eine Gestalt unter einem Baum, dann erfüllt ein roter Tropfen das Bild: Der animierte Kurzfilm «To a place far beyond» stimmt melancholisch. Immer wieder flüchtet sich der namenlose Protagonist in eine andere Welt. Doch schon bald kann er nicht mehr ohne diese leben. «Ich wollte etwas Dunkles machen», sagt der Macher Yuchen Chang. Am Freitag feiert sein Werk Premiere an den Schweizer Jugendfilmtagen in Zürich.

Aus über 2000 Bildern besteht der rund sechseinhalbminütige Stop-Motion-Film. Diese hat der 19-Jährige von Hand gemalt. «Eine Schulkollegin hat mir etwas ausgeholfen und hat rund 100 Bilder gezeichnet», sagt Chang. Dass er einen Film machen will, wusste der Kantonsschüler schon lange. Bereits 2016 gewann der Neuenhofer den Förderpreis der Gemeinde Wettingen für bildnerisches Gestalten.

Nach den Herbstferien begann Chang zu zeichnen. «Bis Anfang Januar habe ich jeden Tag rund eine Stunde am Projekt gearbeitet.» Sein Aufwand hat sich gelohnt: Der Film wurde in die Kategorie B der Schweizer Jugendfilmtage aufgenommen. Dort werden Einzel- oder Gruppenproduktionen von Jugendlichen bis 19 Jahre gezeigt.

Frustrierend sei die Arbeit ab und zu gewesen. «Die ersten Minuten waren ein riesen Aufwand. Ich hätte fast aufgegeben», so Chang. Doch dann packte ihn der Ehrgeiz: «Ich hatte schon zu viel investiert und wollte das Projekt unbedingt zu Ende bringen.»

Wieso hat er dieses Thema für seinen Film gewählt? «Mich fasziniert nicht unbedingt das Dunkle daran, viel mehr gefällt mir das melancholisch Schöne.» Natürlich kenne auch er Momente, in denen er seinem Alltag entfliehen wollte. «Aber das Gefühl hat doch jeder schon mal gehabt?» Chang lächelt verlegen. Geboren wurde der junge Filmemacher in Schanghai, China. Als er sieben Jahre alt war, ist seine Familie in die Schweiz gezogen.

Was genau er später machen möchte, wisse er noch nicht. Filme machen, das sei nur ein Hobby. Chang: «Ich will aber sicher studieren nach der Kanti.»

Kino Xenix, Zürich, Schweizer Jugendfilmtage von Donnerstag, 16. März bis Samstag, 18. März.